Milton Glaser

Ein letzter Kniefall vor einem großen Künstler. Der Grafikdesigner Milton Glaser starb Ende Juni am Tag seines 91. Geburtstags. Er hinterlässt uns die Botschaft der Reduktion und der Lebensfreude der Popkultur, er bleibt uns als Genie der Grafikkunst in Erinnerung.

Drei seiner großen Schöpfungen seien hier angeführt: Im Jahr 1968, als nahezu die ganze Welt das Engagement der USA in Vietnam verurteilte, schuf Glaser die Zeichnungen für den Kurzfilm „Mickey Mouse in Vietnam“. Besser und kürzer lässt sich das Grauen des Krieges nicht illustrieren.

Zwei Jahre davor hatte er für CBS ein Plakat zu einem Bob Dylan Cover gezeichnet. Es atmet bis heute das Lebensgefühl der Gegenkultur zu Spießertum und Bigotterie.

Und dann die Hommage an New York mit drei Buchstaben und einem gezeichneten Herz. Damit hat er Mitte der 1970er-Jahre für einen Imagewandel der Stadt gesorgt, die damals eher für die vielen Verbrechen, als für Lebensfreude berühmt war. Das vermutlich erste Emoji der Welt wird für immer die Leichtigkeit des Genies Milton Glaser widerspiegeln.

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